Posted by: jaemcbean | März 16, 2008

Projekt Wasserkühlung

Wie die meisten von euch sicherlich wissen, ist der Computer mit all seinen Facetten mein größtes Hobby. Ich schraube liebend gerne an meinem PC herum und veränder hier und da was. Jetzt möchte ich mich mal ein alternatives Kühlkonzept meines Computers heranwagen, nämlich der Kühlung mit Wasser. Moment - Wasser und Computer? Verträgt sich das überhaupt? Wasser direkt auf Computerteilen ist natürlich tödlich für die teuren Bauteile, weshalb das Wasser lediglich als Wärmeleitmittel verwendet wird. Denn auch hier liegt der Vorteil einer Kühlung mit diesem Konzept: Wasser nimmt Wärme viel schneller auf als Luft und gibt diese auch viel schneller ab. Das Ziel ist es also, die Wärme der einzelnen Computerteile über einen Wasserkreislauf an einem Wärmetauscher abzuführen, sodass die wichtigen Computerteile gut gekühlt sind. Eine fertige Wasserkühlung sieht z.B. so aus:

Braucht man denn überhaupt eine Wasserkühlung? Natürlich nicht, eigentlich jeder PC, auch der mit dem ihr gerade diese Zeilen lest, ist wahrscheinlich mit einer normalen Luftkühlung ausgestattet. Aber ich würde ja nicht Toby heissen wenn ich mich mit der Masse zufrieden gebe =) So ist es mit einer Wasserkühlung möglich, einen PC nahezu lautlos zu betreiben oder ihn weit schneller laufen zu lassen, als er eigentlich soll (das Stichwort lautet hier “Übertakten”). Wie funktioniert denn nun diese außerordentliche Art der Kühlung? Das möchte ich euch in diesem (technischen) Eintrag näher erläutern.

Eine Wasserkühlung besteht aus mehreren Elementen, die der geneigte Baster alle einzeln anschaffen und zusammenstellen muss. Damit überhaupt Bewegung in den Wasserkreislauf kommt brauchen wir zuerst einmal eine Pumpe welche das Wasser kontinuierlich durch den Computer jagt. Amüsanterweise werden hier oft Pumpen aus dem Aquarien- oder Teichbedarf eingesetzt, da diese einfach nur das tun, was wir von ihnen verlangen: Pumpen. Mittlerweile gibt es aber speziell für den Einsatz im PC angefertigte Modelle, die weitaus leiser arbeiten und komfortabler zu bedienen sind. Hier mal ein Bild der Pumpe HPPS+, welche ich mir für meinen Kühlkreislauf zulegen möchte:

Irgendwie muss das Wasser ja auch die Wärme der Komponenten aufnehmen können - deshalb brauchen wir Kühlkörper, die durch eine Metallschicht die Wärme des Computers an das Wasser leiten. Üblicherweise wird hier Kupfer verwendet, da es zwar etwas teurer ist, aber auch deutlich besser Wärme überträgt als Aluminium. Diese Kühlkörper werden direkt mit dem Computer verschraubt und müssen für jede zu kühlende Komponente einzeln angeschafft werden, was bei vielen Teilen schnell ins Geld gehen kann. Aber von Nichts kommt Nichts =)

Jetzt haben wir eine Pumpe und warmes Wasser, fehlt also noch der Wärmetauscher (Radiator genannt), der das Wasser wieder kühlt. Im Prinzip wird hier das Wasser auf ganz viele kleine Bahnen geführt, welche mit einem kühlen Luftstrom durchblasen werden und somit die Wärme an die Luft abgeben. Dabei bedeutet ein größerer Radiator automatisch eine niedrigere Wassertemperatur, da bei größerer Fläche mehr Luft die Bahnen durchströmen und somit mehr Wärme abgegeben wird. Wie groß der Radiator letzlich wird ist vor allem durch den verfügbaren Platz im Gehäuse beschränkt, nicht wenige stellen ihn sogar ausserhalb des Computers auf. Ich entscheide mich bei meinem Konzept von vornehin für ein großes Gehäuse, sodass ich einen sehr großen Radiator nach dem Sägen eines Loches in den Gehäusedeckel einlassen kann. Nicht kleckern, klotzen!

Jetzt fehlt nur noch ein Teil des Kühlungskreislaufes, der sogenannte Ausgleichsbehälter. Dieser ist, wie der Name schon sagt, ein Behälter welcher mehrere Aufgaben erfüllt. Es handelt sich dabei um einen einfachen Kanister mit einem Ein- und einem Ausgang sowie einer verschliessbaren Öffnung an der Decke. Verwendet wird er vor allem zum problemlosen Befüllen des Systems, es wird einfach Wasser in die Deckelöffnung gekippt bist das System komplett gefüllt ist. Ausserdem kann sich hier die gesamte Luft des Systems sammeln, welche sonst die Wärmeabfuhr erheblich stören würde. Allerdings ist ein Ausgleichsbehälter nicht zwingend notwendig, Wasserkühlungen funktionieren auch ohne ihn. Wer in eine Wasserkühlung investiert hat dann aber in der Regel auch die 20 Euro für einen AGB übrig sodass man kaum System ohne ihn findet. Es gibt auch wirklich ausgefallene Modelle wie dieses Bullauge hier, welche ein echter Hingucker in einem Gehäuse sein können.

Jetzt fehlen nur noch die Schläuche und damit hätten wir eine gut funktionierende Wasserkühlung, welche weitaus effezienter und leiser kühlt als sämtliche Luftkühler auf dem Markt. In den nächsten Wochen werde ich dann die Bestellungen tätigen und mal einen kleinen Artikel mit vielen Fotos über den Zusammenbau und die Inbetriebnahme meiner eigenen Wasserkühlung online stellen. Vielleicht werfe ich die Idee auch wieder über den Haufen, kostet der Spaß doch eine Menge Geld. Aber ich glaube der Bastelspaß ist es mir einfach wert :)

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