Nein, nicht ich (okay, manchmal doch) habe die Dollarzeichen in den Augen. Gemeint sind hier die sogenannten “Manager” die das Schicksal tausender Menschen mit ihrer Profitgier besiegeln. Natürlich geht es hier um die Firmen Nokia und Ericsson, welche durch ihre Firmenpolitik nicht gerade für Zuspruch in der Bevölkerung gesorgt haben. Erstere Firma möchte ihr Werk in Bochum schliessen und letztere möchte bis zu 4.000 Stellen streichen - ansich nichts aussergewöhnliches und erschreckendes, es passiert halt schonmal dass es in einem Betrieb nicht mehr läuft und deswegen die Notbremse gezogen werden muss. Wer auch nur einen Hauch von Ahnung von Wirtschaft hat wird wissen, dass sich soetwas nunmal nicht vermeiden lässt, sollte einem Unternehmen die Insolvenz o.Ä. drohen sind eben Sanierungsmaßnahmen gefragt die in der Regel auf Kosten der Belegschaft oder der Aktionäre gehen.

Nur leider ist das bei beiden oben genannten Firmen nicht der Fall. Weder Nokia noch Ericsson haben Verluste zu beklagen sondern schreiben fette schwarze Zahlen und legen ein erfolgreiches Geschäftsjahr nach dem Anderen mit irrsinnig hohen Gewinnbeträgen an den Tag. Und trotzdem wird in der einen Firma ein kompletter Standort geschlossen und in der anderen werden bis zu 4.000 Stellen gestrichen. Ein schlechter Scherz möchte man auf den ersten Blick meinen, doch es ist Realität. Nokia begründet die Schliessung des Werkes in Bochum damit, dass es nicht mehr profitabel genug sei und die Verlagerung in den Osten Kosten senken würde. Auf die Frage, warum man denn das Werk schliessen möchte, obwohl es Gewinn erwirtschaftet, heisst es nur, dass die Konkurrenzfähigkeit nicht mehr gegeben sei. Es werden also rund 5.000 Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit geschickt, weil sie firmenintern den geringsten Gewinn erwirtschaften. Der schwächste fliegt.
Ein wenig anders ist die Situation in Schweden bei der Firma Ericsson. Hier wird nicht ein komplettes Werk geschlossen, sondern es werden querbeet durch das Unternehmen Arbeitsplätze gestrichen. Die Stellungnahme von Carl-Hendric Svanberg, Chef von Ericsson: “Wir planen mit einem stagnierenden Netzwerkmobilfunkmarkt in 2008 und ergreifen entsprechende Vorbereitungen”. Okay, Ericsson steht wirtschaftlich gesehen nicht wirklich gut da (im Vergleich zu Nokia), aber prophylaktisch für das kommende Jahr einfach mal 4.000 Arbeiter entlassen ist meiner Meinung nach auch nicht die richtige Strategie. Alles dreht sich immer nur um Zahlen und Profit und Umsatz und niemand denkt mehr an die armen Schweine, die in die Arbeitslosigkeit gedrängt werden. Es gibt nicht wenige Familien, die auf das Einkommen eines einzelnen Familienmitglieds angewiesen sind. Fällt das weg, lässt Hartz IV grüßen. Eine tolle Perspektive!
Ein wenig mehr Solidarität und Sozialität braucht das Land. Denkt doch mal drüber nach…
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